Traditionelle

Chinesische Medizin


Anamnese und Diagnose

Gesundheit ist das harmonische Gleichgewicht von Yin und Yang. Das therapeutische Grundprinzip der TCM ist, das harmonische Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Kräften von Yin und Yang wieder herzustellen oder zu bewahren. Dafür entwickelten sich in der TCM über die Jahrtausende vielfältige Diagnoseverfahren (Puls- und Zungendiagnostik) welche genaue Befunde ermöglichen. Darunter gehören unter anderem:

  • Beobachten/Betrachten des Patienten: z. Bsp. die Hautfarbe und Beschaffenheit, Sprechweise, Zungendiagnose, Atemgeräusche etc.
  • Riechen und Hören.
  • Fragen: Dabei wird ein ganzheitliches Anamnesegespräch geführt.
  • Fühlen (Tasten und Palpieren): Puls, Temperatur, Abtasten der Meridiane, Bauchregion etc.

Tuina/Anmo

Tuina/Anmo ist eine wichtige Komponente in der Chinesischen Medizin und bildet eine eigenständige Heilmethode.

Tuina ist die Traditionelle Chinesische Massage. Dabei werden spezielle Handtechniken wie Schieben, Streichen, Drücken, Reiben, Klopfen, Klatschen, sowie vibrierende Techniken angewendet.

Tuina ist sehr wirksam bei Störungen des Bewegungsapparates (Arthrose, Verspannungen, Sportverletzungen), bei Verdauungsstörungen, Erkältung, nach einem Schlaganfall, etc.

Eine spezielle Form des Tuina wird in der Kinderheilkunde sehr oft angewendet. Zahlreiche Krankheitsbilder können dadurch behandelt werden, ohne dass Akupunkturnadeln verwendet oder Arzneimittel verschrieben werden müssen.

Akupunktur / Moxa

Die Akupunktur beeinflusst Körperfunktionen gezielt über spezifische Punkte an der Körperoberfläche. Dabei werden Nadeln an bestimmten Punkten entlang der Meridiane gestochen.

Das unterschiedlich tiefe Einstechen der Nadeln, verschiedene Einstichwinkel und die Nadelstimulation können angewendet werden, um die Qi-Zirkulation auszugleichen und bestimmte Organsysteme anzuregen.

Es gibt über 360 verschiedene Akupunkturpunkte.

Die Patienten spüren ein sanftes Ziehen oder ein feines elektrisches Gefühl, wenn die gesuchte Stelle erreicht ist. Dies wird in der TCM De Qi genannt.

Verschiedene Therapieformen bauen auf der Akupunktur auf:

  • Moxibustion; wird meist zusammen mit der Akupunktur verwendet. Dabei werden Akupunkturpunkte durch das Abbrennen von Moxawolle erwärmt. Die Moxawolle besteht aus getrockneten Blättern der Artemisia Vulgaris (Beifuss).
  • Elektroakupunktur; sehr schwache elektrische Impulse werden via Akupunkturnadeln dem Körper zugeführt. Dabei wird die Wirkung der Akupunkturnadel auf den ausgewählten Akupunkturpunkt verstärkt.
  • Laser-Akupunktur; die Akupunkturpunkte werden anstelle von Nadeln mit medizinischem Laserlicht stimuliert. Diese Methode eignet sich vor allem bei Kindern, sehr schmerzempfindlichen Erwachsenen oder Patienten mit Angst vor Nadeln.
  • Gua Sha; ein schabendes Verfahren. Dabei wird mit der abgerundeten Kannte des Gua Sha Schaber (Jade, Horn, Keramischer Löffel etc.) mehrmals auf der Haut eine schabende Bewegung durchgeführt.

Chinesische Arzneimittel (Kräutertherapie)

In der Chinesischen Pflanzenflora existieren ca. 11 000 Arzneipflanzen. Davon werden ca. 300-400 Pflanzen in der TCM eingesetzt.

Die Schweizer TCM-Apotheken führen ein Sortiment von bis zu 400 Kräuter-Arzneien. Diese sind zu 90% pflanzlichen Ursprungs, ergänzt von einigen mineralischen und einigen tierischen Substanzen. Tierische Substanzen werden hierzulande nur verwendet, wenn dies aus ethischer Sicht vertretbar ist. Für Vegetarier oder Veganer, können die tierischen Stoffe durch pflanzliche ersetzt werden.

In der chinesischen Kräutertherapie werden verschiedene Arzneimittel zu einer harmonischen Rezeptur kombiniert.

Es gibt auch sogenannte klassische Rezepturen, die in den vergangenen zwei Jahrtausenden schriftlich dokumentiert und weiterentwickelt worden sind. Diese bilden die Basisrezeptur, welche je nach Beschwerden individuell angepasst wird.

Die Rezepturen werden in verschiedenen Verabreichungsformen angeboten. Traditionell wird in China die Rezeptur als Dekokt (Abkochung), als Pulver, als Honigpille oder als Heilwasser (mit Alkohol) angeboten.

In der Schweiz werden überwiegend durch Abkochung gewonnene, konzentrierte und getrocknete TCM-Granulate verwendet. Auf Wunsch können Granulate auch in Tablettenform gepresst werden. Eine weitere Möglichkeit ist das nicht alkoholische Flüssigextrakt. In den Schweizer TCM-Apotheken sind auch Arzneien zum selber abkochen erhältlich.


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